Industriegeschichte im Alten Friedhof Ulm

Geschichte des Alten Friedhofs

Wahrscheinlich schon im 7.Jh wurde im Bereich des heute als Stadtpark genutzten Geländes am Fuß des Michelsberg vor der Stadtmauer der Pfarrkirchhof "Unserer Lieben Frauen ennot felds" des Klosters Reichenau errichtet.
Die Pfarrkirche wird 1376/77 mit dem Bau des Ulmer Münsters in die Stadt verlegt, deren Friedhof bleibt jedoch ausserhalb der Stadt.

Ihre letzte Ruhe finden die Ulmer Bürger bis 1526 auf den Friedhöfen der Kirchen und der Klöster in der Stadt. Arme und Sieche werden beim Spital beerdigt. In jenem Jahr verfügt aber der Rat, dass Bestattungen zukünftig nur noch "auf Allerheiligen" stattfinden dürfen. Der heutige Alte Friedhof wird damit zur zentralen Begräbisstätte der Stadt.
Ca. 1530 wird der bis dahin katholische Friedhof evangelisch, Katholiken müssen sich im Wengenkloster oder Deutschhaus begraben lassen. Erst ab 1803 gibt es auf Anweisung des bayerischen Generalkonsulats (Ulm gehörte von 1802 bis 1810 zum Kurfürstentum Bayern) hier wieder eine katholische Abteilung.

Bis in das Jahr 1812 bleibt der Friedhof getrennt in einen bürgerlichen und einen nichtbürgerlichen Teil. Die Erlaubnis, im bürgerlichen Teil bestattet werden zu dürfen, setzt nicht nur die Ulmer Bürgerrechte und einen "ehrlichen" Tod voraus, sie ist auch abhängig von der Entscheidung eines Friedhof-Ausschusses. "Unehrliche" Leichen, also z.B. Selbstmörder und zum Tode verurteilte Straftäter wurden in einem gesonderten Bereich des nördlichen, dem nichtbürgerlichen Teil des Friedhofs beerdigt, in dem auch das einfache Volk seine Ruhe fand. Diese Teilung ist heute noch im Alten Friedhof daran zu erkennen, dass sich fast alle erhaltenen Grabmale im südlichen Teil befinden.

Der Friedhof bekommt von 1812 bis 1817 die heute noch bestehende Ummauerung und wird nach dem Besitzübergang an die Stadt 1834 mehrfach umgebaut. Dabei werden auch viele ältere Gräber eingeebnet.
1853 erfolgt die Einrichtung des Jüdischen Friedhofs und 1898/99 die Schließung der Anlage. Bestattungen finden ab da im neuen und heute noch genutzten Hauptfriedhof an der Stuttgarter Straße statt.

1925 und 1932 werden nochmals über 600 Gräber aufgelöst und die Grabsteine an die Bevölkerung verkauft.
Nach der Umwidmung in eine öffentliche Anlage im Jahr 1934 folgt die Auflösung weiterer 1000 Gräber und die Umgestaltung in einen Park mit nur noch wenigen Grabmalen einst bekannter und wohlhabender Ulmer Bürger.1

Die Industrialisierung setzte auch in Ulm zur Mitte des 19.Jahrhunderts ein. Die ersten Unternehmer-Pioniere waren also bei Schließung des Friedhofs zur Jahrhundertwende bereits verstorben. Sofern es ihnen gelungen war mit ihrem Betrieb ein gewisses wirtschaftliches Ansehen zu erlagen oder wenn sie aus einer schon zuvor angesehenen Ulmer Familie stammten, fanden sie ihr Grab im im südlichen, den bürgerlichen Teil des Friedhofs, in dem die alten Grabstätten wohl hauptsächlich durch das Engagement der Familien oder der von ihnen gegründeten Unternehmen die Einebnungswellen überstanden haben.

Auf die Zerstörungen durch den 2. Weltkrieg folgte eine Zeit der Verwahrlosung. Nach der Jahrtausendwende wurde dann die Geschichte des Alten Friedhofs aufgearbeitet und die Anlage als Bau- und Kunstdenkmal anerkannt. Ein bei der Sanierung 2015 errichteter und inzwischen aber wieder in vielen Teilen zerfallener Geschichtspfad zeigt in 40 Kurzportraits einen Ausschnitt des aktuell noch vorhandenen Bestands an Grabmalen. Einige wurden von ihrem ursprünglichen Standort versetzt, teils, um Familiengräber zusammen zu führen, hauptsächlich jedoch aus gartengestalterischen Gründen.


Neben den großen Namen der Ulmer Industriegeschichte wie Magirus, Wieland, Schwenk und Leube sind die Gräber auffällig vieler Brauereibesitzer und Wirte erhalten geblieben. Der Grund dafür liegt in der großen wirtschaftlichen Bedeutung dieser Betriebe zu jener Zeit. Die vielen Arbeiter, die für den Bau der Bundesfestung notwendig waren, und die anschließende Belegung mit rund 9000 Soldaten sorgen ab 1842 für eine Blüte des Wirtsgewerbes. Von den 40 Brauereien, die 1850 um die Zecher konkurierten, haben sich in den Folgejahren einige zusammen geschlossen um so die Anschaffung der neu entwickelten Kühl- und Dampfmaschinen finanzieren zu können. Die Inhaber dieser großen Brauereien gehörten dann auch zu den höchstbesteuerten Bürgern der Stadt.
(siehe → Ulmer Brauereien)

Aber auch einige andere, zu ihrer Zeit bedeutende Persönlichkeiten, liegen hier begraben. Deren Branchen haben heute für die Stadt kaum bzw. keine Bedeutung mehr, sie gehörten aber zu den Keimzellen der Ulmer Industrialisierung. Beispielhaft seien hier nur Thomas Berger, Inhaber einer großen Möbelfabrik, die Familien Th. Kölle und Carl Rueff, Betreiber einer Zunderfabrik, und Anton Bach, Ziegeleibesitzer, genannt.

Stadtgeschichtlich Interessierten sind dagegen z.B. noch die Namen von Albrecht Friedrich Wechsler und den Brüdern Bürglen, beides Inhaber bedeutender Tabak-Manufakturen, geläufig.

Es sollen hier aber auch jene nicht unerwähnt bleiben, die sich wie Christoph Leonhard Wolbach, Carl Heim oder Conrad Dietrich Hassler politisch um die industrielle Entwicklung Ulms verdient gemacht haben.

Diese Seite gibt einen Überblick über die 44 heute (2022) noch auffindbaren Grabstätten industriegeschichtlich bedeutsamer Ulmer Bürger und ihrer Angehörigen.

1: Quelle: Hansmartin Ungericht, Der Alte Friedhof in Ulm, Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm, Bd. 3, Kohlhammer Stuttgart, 1980

Übersichtskarte industriegeschichtlich interessanter Gräber

Karte des Alten Friedhofs -->

Für mehr Informationen zu den Grabstellen klicken Sie auf ein Grabmal im Plan.

Die röm. Ziffern im Plan bezeichnen die früheren Abteilungen des Alten Friedhofs, die arab./röm. Ziffern in der Liste der Grabmale die historische Lage der Grabstelle. Die aktuelle Lage ist in () gestellt, wenn das Grab bei Umbaumaßnahmen verlegt wurde.

Liste der Grabmale
Zur fehlerfreien Darstellung auf Mobilgeräten bitte Querformat verwenden.

Anton Bach 56/VII
Anton Bach
18.1.1821 - 5.11.1881

Katharina Bach
geb. Kiderlen
5.1.1824 - 16.11.1889

Henriette Bach
geb. Kißling
25.6.1796 - 1.4.1874

Anton Bach war Inhaber der
→ Ziegelei A.Bach
am Galgenberg, wo die Familie auch wohnte.
Eitel Bek 60/VI
Johann Wolfgang Thomas Eitel Bek
13.7.1792 - 13.1.1872

Der Kaufmann
→ Eitel Bek
versuchte neben seinem einträglichen Handel mit Baumwolle und Wollgarn mit einer Leinwandfabrik an die Ulmer Webereitradition anzuknüpfen.


Thomas Berger 126/I
Thomas Berger
30.4.1817 - 13.11.1882

Gründer der späteren "Möbelfabrik mit Dampfbetrieb"
→ Th. Berger
in der Zeitbloomstr.
Er selbst blieb in der Herdbruckerstr. 9 wohnen.
Servatius Bosch 17/I

Servatius Bosch
10.3.1816 - 10.9.188

Margarete Bosch
1.12.1818 - 27.10.1889

Albert Bosch
23.2.1864 - 20.6.1887
Robert Bosch, der in Albeck geborene Erfinder und Gründer des heute noch weltbekannten und nach ihm benannten Unternehmens, hatte im alten Ulmer Friedhof seinen Eltern eine Gedenkstätte errichten lassen, die später durch dieses Grabmal ersetzt wurde.


Georg Buck 66/II
Georg Buck
29.11.1768 - 23.3.1833

Barbara Buck
geb. Stumpp
16.3.1777 - 8.3.1837

Marie Enchelmaier
geb. Buck
3.12.1795 - 29.5.1866

G. Buck war bis ca. 1830 Besitzer der Brauerei "Zur Stadt" in der Hirschstraße.
→ Ulmer Brauereien, Nr. 43
Johann Jakob Buck 16/XI
Johann Jakob Buck
10.10.1768 - 28.3.1839

Anna Katharina Buck
geb. Mayser, 20.2.1785 - 2.7.1862

Georg Käßbohrer
28.2.1811 - 26.8.1883

J. Buck war von 1812 bis 1836 Inhaber der Schapfenmühle.
→ Ulmer Mühlen



Christoph Ferdinand Bürglen 10/II

Christoph Ferdinand Bürglen war einer der Söhne des Firmengründers Christoph Erhard Bürglen und jüngerer Bruder von Carl Eduard Bürglen.
Rechts:
Christoph Ferdinand Bürglen
19.6.1806 - 29.12.1879

Maria Magdalena Bürglen
geb. Lindenmayer
22.7.1810 - 1.5.1879

Charlotte Emilie Bürglen
geb. Eckhardt
5.3.1841 - 30.9.1887

Links:
Georg Ferdinand Bürglen
23.4.1847 - 10.1.1890

Marie Sophie Frederike Bürglen geb. Heim
8.4.1853 - 29.7.1898
Katharine Dorothea Heim, geb. Bürglen
Karoline Heim, geb. Bürglen
(III)
Katharine Dorothea Heim
geb. Bürglen
25.5.1833 - 1.8.1889
mit ihren Kindern Karl, Jakobine und Julie

Karoline Heim
geb. Bürglen
4.4.1836 - 25.12.1860

Jakobine Heim
geb. Heim
23.11.1826 - 10.11.1854

Katharine Dorothea und Karoline waren wahr-scheinlich Töchter von Carl Eduard Bürglen
Carl Eduard Bürglen 57/II
Carl Eduard Bürglen
1803 - 1866
Carl Eduard Bürglen war der älteste Sohn des Firmengründers Christoph Erhard Bürglen.



Jakob Friedrich Ebner 44/X
Jakob Friedrich Ebner
3.1.1783 - 2.1.1865

Eberhard Ludwig Ebner
22.4.1785 - 17.7.1858

Sophie Sibylle Ebner
geb. Cramer
30.1.1802 - 2.5.1851

Georg Peter Cramer
31.5.1772 - 26.1.?

Barbara Cramer
geb. Kiderlen
7.1.1764 - 14.3.1846

und Johannes Berblinger, Wilhelmine Berblinger, Emma Hafner, Karl Hafner

Die Brüder Jakob Friedrich und Eberhard Ludwig waren Söhne des aus Stuttgart zugewanderten Buchhändlers Johann Jakob Ebner.
Neben der Ehefrau von Jakob Friedrich, Sophie Sibylle geb. Cramer, sind hier auch deren Eltern begraben.
Eberhard Ludwig Ebner blieb kinderlos.

Zwei Söhne von Jakob Friedrich liegen in den Gräbern 8 b) und 8c). Sein Enkel Emil starb ledig im Alter von 30 Jahren an einer Blinddarmentzündung.
Friedrich Wilhelm Ebner 26/XI
Friedrich Wilhelm Ebner
13.8.1826 - 21.12.1895

Emil Ebner 1863 - 1893

Emil war einer der Söhne von Friedrich Wilh. Ebner.

Adolf Robert Ebner 62/XIII
Adolf Robert Ebner
4.7.1831 - 16.1.1894

Amalie Ebner geb. Kien
1840 - 1925

Der Jurist Robert Ebner war Ulmer Gemeinderat und Abgeordneter im Stuttgarter Landtag.
Seine Tochter Marie heiratete den Direktor der Brauerei Zum Storchen, Heinrich Mayser.


Karl Friedrich Egelhaaf 1/II
Karl Friedrich Egelhaaf
1782 - 1863

Henriette Egelhaaf
geb. Ludwig
1792 - 1861

Die Egelhaafs sind eine alte Ulmer Kaufmanns-familie.
Karl Friedr. Egelhaafs Enkel Hermann gehörte mit seiner Petroleum-handlung zu den ersten Nutzern des Industrie-gleises West.
Leonhard Eiselen 34/I
Leonhard Eiselen
11.12.1807 - 12.10.1873

Maria Barbara Eiselen
22.11.1814 - 28.12.1875

L. Eiselen war ab 1841 Inhaber der Brauerei "Drei Kannen", die als Wirtschaft heute noch besteht. Er hat den Betrieb an seinen Sohn Karl Eiselen vererbt.
→ Ulmer Brauereien, Nr. 26


Eustachius Fe(t)zer 74/I
Eustachius Fezer
12.7.1769 - 9.7.1822

E. Fezer war Wirt zur Hohen Schule am Kornhausplatz. Das Braurecht für die Wirtschaft erhielt jedoch erst sein Sohn Georg Paul.
Jakob Fetzer, später Inhaber des Marchtaler Hofs, stammt jedoch aus einem anderen Zweig der Familie. → Ulmer Brauereien, Nr. 24 u. 33
Eltern des E. Fe(t)zer 76/I
Eltern u. Großeltern von E.Fezer

Katharina Mayser
geb. Fezer

Daten unleserlich

Die weit verzweigte Familie Fe(t)zer, deren Mitglieder überwiegend als einfache Handwerker und Tagelöhner tätig waren, trat neben dem Wirtsgewerbe für eine Generation auch als Inhaber der → Burckhards-mühle in Erscheinung.
Rosine Fetzer 75/I
Rosine Fetzer
1823 - 1887


Rosine war die Ehefrau des Burkhardtsmüllers Jakob Eberhard Fetzer (1817 - 1897). Er hat ihr diesen Grabstein gewidmet.


Conrad Dietrich Hassler (XVIII)
Conrad Dietrich Hassler
18.5.1803 - 15.4.1873

Der vielseitig gebildete Pfarrsohn aus Altheim (Alb) war Mitglied der Ulmer Donau-Dampfschiff-fahrts-Gesellschaft und der erste württembergische Landeskonservator für Denkmalpflege, Ulmer Ab-geordneter des württem-bergischen Landtags und der Frankfurter National-versammlung.
Carl Heim 46/III
Carl Heim
20.12.1820 - 8.4.1895

Als Ulmer Oberbürger-meister in der Zeit von 1863 bis 1890 konnte Heim die industrielle Entwicklung Ulms stark beeinflussen. In seiner Amtsperiode wurden u.a. die städtischen Gas- und Wasserwerke gegründet.
Die Fam. Heim war eng mit der → Fam. Bürglen verschwägert.


Heinrich Herrenberger 85/I
Heinrich Herrenberger
3.11.1815 - 23.8.1873

Babette Herrenberger
geb. Erasmus
25.7.1816 - 2.3.1895

Marie Heriette Herrenberger
16.3.1857 - 2.12.1873

Herbert Herrenberger
3.1.188? - 4.2.1890

H. hat die Schwäbische Industrie-Ausstellung 1871 nach Ulm geholt. Aus deren Einnahmen wurde die Herrenberg-Stiftung zur Unterstützung von Handwerker-Lehrlingen gegründet.
Johann Gottlob Kiderlen 20/I
Johann Gottlob Kiderlen
24.6.1788 - 28.11.1850

Christa Louise Kiderlen
geb. Deeg
2.4.1786 - 4.10.1850

Gottlob Kiderlen war Wirt des Schwarzen Ochsen, als die Brauerei noch in A 3, beim Donauthor, war. Nachdem dort 1846 die Festungsdirektion einzog betätigte er sich als Festungsbaumaterial-schreiber. → Ulmer
Brauereien, Nr. 37


Seinem Bruder Gustav gehörte die → Untere Bleiche vor dem Gänstor.



Joh. Jakob Kölle 8/VI
Johann Jakob Kölle
9.2.1807 - 13.12.1850

Anna Kathrin Kölle
geb. Mayser
9.8.1809 - 23.2.1883

Jakob K. war Inhaber der Brauerei zum goldenen Hecht in der Wengen-gasse 37 (Neuthorstr. 1).
Seinem Bruder Johannes gehörte die Krone.
→ Ulmer Brauereien, Nr. 22 u. 29
Wilhelm Kölle 10/VI
Wilhelm Kölle

Karoline Kölle

Eugen, Wilhelm, Johanna u. Robert Kölle

keine Daten vorhanden

Wilhelm K. betrieb in der Neuthorstr. 21 neben seinem
→ Dampfsägewerk
auch eine Sodafabrik. Später wurde daraus ein Kohle- und Brennstoff-handel.
Thomas Kölle 9/VI
Wolfgang Thomas Kölle
9.2.1803 - 27.10.1851

Jeanette Kölle
geb. Wild
3.7.1799 - 24.3.1843

Hedwig Kölle
1839 - 1884

Eduard Kölle
1841 - 1907
Der von Thomas K. gegründete Landhandel und die von seinem Vater übernommene
→ Zunderfabrik
werden noch lange nach seinem Tod von der Familie des Schwiegersohns Carl Rueff (→ Grab 25) unter seinem Namen betrieben.


Georg Leibinger 32/XVI
Georg Leibinger
1764 - 1830

Barbara Leibinger
geb. Montag
20.3.1775 - 5.11.1848

Johann Michael Leibinger
23.2.1803 - 19.4.1872

Maria Ursula Leibinger
geb. Bunz
9.1.1804 - 17.1.1839

Pauline Leibinger
geb. Nübling
10.7.1813 - 13.10.1893

Der gelernte Pfeifenmacher Georg L. betätigte sich ab 1820 als Schenkwirt in der Herbruckergasse (A 14).
Martin Leibinger 43/XVI
Martin Leibinger
26.10.1793 - 20.2.1852

Die Brüder Joh. Michael (s. Grab 17a) und Martin Leibinger ergriffen beide das Handwerk des Vaters Georg und betrieben zusammen eine erfolgreiche → Pfeifenfabrik.


Georg Paul Leipheimer 133/I
Georg Paul Leipheimer
1760 - 1823

Georg Paul Leipheimer war lange Zeit Wirt der Ausflugswirtschaft zum Blumenschein und übernahm ca. 1812 die Schildwirtschaft zum gold. Hirsch in der Hirschstraße
(C 39).
Christof Erhard Leipheimer 133/I
Christof Erhard Leipheimer
19.8.1793 - 20.12.1862

Sophie Frederike Leipheimer geb. Ziegler
20.6.1802 - 1.5.1847

Christof Erhard Leipheimer führte nach dem Tod seines Vaters Georg Paul (s. Grab 18a) den Hirsch weiter. Sein Sohn Louis musste die Wirtschaft 1870 jedoch aufgeben.



Dr. phil. Gustav Ernst Leube 4/IV
Gustav Leube
23.5.1808 - 15.11.1881

Auguste Leube
geb. Dieterich
3.8.1810 - 21.12.1897

Eduard Leube
15.4.1843 - 23.8.1857
(Rückseite)

Gustav Ernst L. war Inhaber der Kronen-apotheke und begründete die moderne Zement-Produktion.
Eduard war eines seiner 8 Kinder mit Auguste.
Dr. med. Johann Wilhelm Leube 86/IV
Dr. W. von Leube
4.4.1799 - 16.1.1881

Marianne Leube
geb. Dieterich
7.5.1819 - 22.1.1889

Lucie Engel
12.11.1870 - 17.8.1892
(Rückseite)

Obwohl vom Beruf Psychiater, hat Wilhelm Leube zur Entwicklung der Zement-Produktion beigetragen. Der älteste Bruder von Gustav Leube war dann auch Teilhaber der Zementfabrik.

Julius Ernst Leube 44/III
Julius Leube
19.4.1815 - 14.2.1891

Caroline Leube
geb. Löffler
26.10.1822 - 1.6.1898

Der jüngste Bruder von Gustav Ernst L. war Teilhaber der Zementfabrik und später Direktor einer Papierfabrik in Faurndau.
Der Nachweis, dass Caroline seine Frau war, fehlt noch.
Dr. phil. Robert Leube 7/XIII
Robert Leube
1804 - 1838

Rosalie Leube
geb. Dieterich
1808 - 1897

Der ältere Bruder von Gustav Ernst L. war Münsterdiakon und Leiter der Ulmer Stadtbibliothek.


Conrad Dietrich Magirus (sen.) 36/VI
Conrad Dietrich Magirus (sen.)
15.1.1783 - 26.9.1868

Pauline Langensee,
geb. Magirus
23.2.1820 - 9.5.1884

Das Grab der Eltern und der Schwester des Fabrik-gründers
→C.D.Magirus.
Sie wohnten in der Ulmer Gasse (B 331) und handelten mit "wollenen, baumwollenen und seidenen Waaren".
Conrad Dietrich Magirus 48/III
Conrad Dietrich Magirus
26.9.1824 - 26.6.1895

Der Gründer der
→ Fabrik für Feuerwehr-Requisiten
reformierte das damalige Feuerlösch-Wesen und initiierte den Deutschen Feuerwehrverband als Dachorganisation der deutschen Feuerwehren.


Fam. Mayser 62 u. 65/XVI

Steintafel links:
Jakob Mayser
1820 - 18438

Säule links:
Christoph Ludwig Mayser
22.3.1783 - 28.4.1834

Steintafel rechts:
Joh. Peter Mayser
26.3.1825 - 10.1.1849

Säule rechts:
Peter Mayser
7.11.1742 - 3.3.1827

Katharina Ursula Mayser
geb. Rabus
30.4.1748 - 18.12.1818

Christoph Ludwig M. war von ca. 1820 bis zu seinem Tod Storchenwirt. Er hatte die Brauerei und Wirtschaft, die von seiner Frau Johanna Dorothea fortgeführt und von Heinrich Mayser in Prokura geleitet wurde, von seinem Vater Peter übernommen. Der Fam. Mayser gehörten darüber hinaus die Brauereien "zu den Drei Königen" und "zum Alten Hasen" sowie die Gastwirtschaft "zum Goldenen Falken".
→ Ulmer Brauereien, Nr. 20, 28 u. 45
Matthäus Müller 2/IX
Matthäus Müller
1785 - 1824

Zu der Zeit, als Mattäus M. (auch Miller) sich als Wirt betätigte, war die Brauerei in der Herrenkellergasse noch als die "Veste" bekannt (Haus C 276).

Seine Frau Regina Gabi führte den Herrenkeller bis ca. 1850. Ihr gehörten daneben zwei weitere Häuser in der Herrenkel-lergasse (C 275, C 321), eines in der Kohlgasse (C 195) und eines bei der unteren Mang (D 378, Thurmwirts-haus)
→ Ulmer Brauereien, Nr. 23


Anna Planert geb. Woydt 36/XVI
Anna Planert
geb. Woydt
9.6.1794 - 27.9.1865

Johann Georg Planert
20.5.1793 - 15.5.1865

Laura Planert
29.10.1830 - 13.11.1892

Das eisene Grabkreuz der Anna Planert, geb. Woydt, dürfte eines der letzten Vermächtnisse sein, das an die Familie Woydt, Inhaber des
→ Eisenhammers
, erinnert.
Kaspar Pressmar 23/XI
Kaspar Pressmar
29.12.1827 - 9.6.1882

Kaspar Pressmar war ab 1865 Inhaber der Brauerei zum roten Ochsen. Nach seinem Tod verkaufte seine Frau den Betrieb an die neu gegründete Ulmer Brauerei Gesellschaft ("Ulmer Münster Bier").
→ Ulmer Brauereien, Nr. 36


Carl Rueff 88/IV

Carl Rueff
7.6.1827 - 30.10.1883

Berta Rueff
geb. Kölle
13.12.1830 - 26.1.1908
Carl Rueff übernahm die
→ Zunderfabrik
und den Landproduktehandel von seinem Schwiegervater Thomas Kölle (Grab 16b). Nach seinem Tod führten erst seine Frau Berta, danach seine Söhne August und Karl R. das Geschäft weiter.
Eduard Schwenk 44/IX
Eduard Schwenk
21.12.1812 - 6.5.1869

Mathilde Mauch
geb. Schwenk
27.10.1805 - 12.2.1889

Marie Schwenk
7.6.1849 - 24.6.1849

Eduard Schwenk
25.7.1850 - 4.1.1851

Aline Schwenk
13.9.1851 - 12.4.1856

Elise Schwenk
4.12.1865 - 14.3.1869

Eduard Mauch
1.3.1800 - 21.2.1874

Familiengrab des Kupferhammerbesitzers und Gründer der heutigen
→ SCHWENK Zement GmbH & Co. KG


Ferdinand von Steinbeis 9/I

Dr. Ferdinand von Steinbeis
5.5.1807 - 7.2.1893

Friederike von Steinbeis
geb. Klumpp
30.11.1814 - 9.10.1876
Steinbeis betrieb als Präsident der Königl. Württ. Centralstelle für Gewerbe und Handel schon Mitte des 19.Jh. regionale Wirtschafts-politik. Er setzte sich für gewerbliche Aus- und Fortbildung und den Bau der Donautalbahn ein.
Johann Georg Strauß 55/IV
Johann Georg Strauß
29.8.1781 - 15.12.1861

Elisabeth Magdalena Strauß
geb. v. Besserer
14.2.1790 - 27.6.1878

J.G. Strauß war Wirt der nach ihm benannten Brauerei "Zum Strauß". Seine Frau stammte aus dem Ulmer Patrizier-geschlecht der Besserer und hat das Haus in der Hirschgasse (C 41) in die Ehe eingebracht.
→ Ulmer Brauereien, Nr. 46


Joh. Friedr. Stüwen 56/XIII

Der Leinwandhändler Stüwen ließ zusammen mit seinem Schwiegersohn Joh. Spann Schwarzwälder und Schweizer Uhrwerke in eigene Gehäuse einbauen und gründete einen Uhren-Großhandel in der Herrenkellergasse (C 267).
Joh. Friedr. Stüwen
1.12.1746 - 25.1.1833

Maria Stüwen
geb. Claus
5.2.1750 - 25.1.1797

Christina Spann
geb. Stüwen
24.8.1789 - 1.12.1856

Johannes Spann
22.6.1780 - 1.4.1847

Chr. Elisabeth Mylius
24.2.1842 - 10.7.1871

Fr. Charlotte
geb. Köpf
21.7.1824 - 11.4.1863

Auguste
geb. Gläser
13.10.1831 - 4.4.1882
Albrecht Friedrich Wechsler 54/III
Albrecht Friedrich Wechsler
1796 - 1848

Mathilde Wechsler
geb. Christlieb
1803 - 1891

Elisabeth Wechsler
geb. Faulhaber
1771 - 1848

Albrecht Friedr. W. war Enkel des Firmengründers Georg Wechsler und einer der ersten Unternehmer im Ulmer Gemeinderat. Er baute die Tabakhandlung und die
→ Manufaktur
in der Oberen Bleicher Walk zur Fabrik aus.



Joh. Georg Wieland sen. 21/XVIII
J.G.Wieland
1776 - 1835

Katharina Wieland
geb. Mack
1780 - 1850

Katharina Wieland
1812 - 1847

Georg Wieland war Inhaber der Langmühle bei der Steinernen Brücke.
Johann Georg Wieland jun. (XVIII)
Johann Georg Wieland
27.12.1809 - 2.12.1876

Louise Wieland
geb. Murschel
10.11.1817 - 22.8.1893

Karl Wieland
28.2.1842 - 15.7.1877

Joh. Georg W. hat die Langmühle von seinem Vater übernommen. Seine Frau Louise war eine Tochter des Malzfabrik-besitzers
→ Gottl. Murschel

Philipp Jacob Wieland 45/X
Philipp Jacob Wieland
3.11.1793 - 18.1.1873

Fanny Wieland geb Stockmayer
28.12.1806 - 21.5.1860

Louis Philipp Jacob Wieland
19.1.1831 - 13.7.1855

Das Grab des Firmengründers der
→ Wieland-Werke
, seiner ersten Frau Fanny (Franziska) und des gemeinsamen Sohns Louis.


Christoph Leonhard Wolbach 132/I
Christoph Leonhard Wolbach
28.3.1783 - 7.12.1872

Wilhelm Wolbach
3.11.1852 - 1.12.1852

Gustav Wolbach
28.10.1854 - 20.12.1854

C. L. Wolbach war von 1819 bis 1844 Ulmer Oberbürgermeister. Mit seinem politischen Widerstand gegen die Übersiedelungs-und Gewerbefreiheit bremste er in der Frühphase der Industrialisierung die Abkehr vom traditionellen Zunftwesen.


Alle Angaben auf den Grabsteinen:
Hansmartin Ungericht, Der Alte Friedhof in Ulm, Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm, Bd. 3, Kohlhammer Stuttgart, 1980

mehr zum Thema