Als nächstes ist die Brücke über das Blaubeurer Tor an der Reihe. Diese ist nicht zu verwechseln mit der Blaubeurer-Tor Brücke, die von der Karlstraße zum Blaubeurer Tor führte, 1986 wegen Baufälligkeit abgerissen und durch die heutige Ludwig-Erhard Brücke ersetzt wurde.
Die Brücke über das Blaubeurer Tor wäre noch in einem Zustand gewesen, der keinen Abriss erfordert. Sie muß jedoch der Verlegung der B 10 in einen Tunnel und der Neugestaltung rund um das Blaubeurer Tor in Vorbereitung der Landesgartenschau 2030 weichen.
Wäre die Wallstraßenbrücke in gleicher Konstruktionsweise entstanden hätte man sie in den Grüngürtel zwischen Wilhelmsburg und Donau einbezogen.
Um es mit der Blues-Legende B.B.King zu sagen: "The Thrill Is Gone".
Entsprechend zieht die Baustelle auch nicht mehr die großen Besuchermassen der letzten Tage an.
Der große Raupenkran ist abgebaut und während seine letzten Teile noch auf den Abtransport warten wird an dessen Stelle schon ein neuer Turmdrehkran aufgebaut. Zusammen mit einem weiteren Obendreher-Kran der Liebherr EC-B Serie, der inzwischen beim Alten Fritz aufgestellt wurde, werden sie den Neubau der Brücke begleiten.
Eben so unspektakulär wie der Tausch der Krane schreitet der Abbruch der beiden Widerlager der Brücke beim Blaubeurer Tor und im Lehrer Tal voran.
Die Bahn nutzt derweil die noch immer verfügte Sperrung der Gleise um die Rampe zur sog. →Brücke 89 zu sanieren.
Freitag nachmittag, das letzte Brückensegment hängt am Hacken. Eine Woche nachdem das erste ausgehoben wurde.
Welcher Aufwand auch für die Kranmanschaft dahinter steckt wird beim näheren Hinsehen deutlich.
Um weit über die Gleise reichen zu können muss der sog. V-Frame, eine Erfindung von Liebherr, mit angehängtem Derrickballast als Gegengewicht ganz ausgefahren werden. Nachdem die Last aufgenommen wurde richtet der Kranführer den Ausleger so weit auf, dass das Brückenteil auf dem Abbruchplatz neben dem Kran abgelegt werden kann. Damit der Kran dabei nicht nach hinten kippt liegt der Derrickballast auf dem Boden auf. Weil so aber keine Drehbewegung möglich ist muss, bevor gedreht und abgelegt werden kann, ein Mitarbeiter auf das Balast-System steigen und abkuppeln. Durch den jetzt nah am Kran liegenden Schwerpunkt genügt der am Rahmen angebrachte Drehbühnen-Balast.
Für den nächsten Hub muss dann der V-Frame den abgestellten Balast wieder aufnehmen.
Laut Wetterbericht trübt heute Saharastaub das Sonnenlicht. Auf den Gleisen unter dem Gerüst wird deutlich, dass es ein ganz anderer Staub sein dürfte, der zwischen den Zähnen der vielen Schaulustigen rund um den Kienlesberg knirscht. Wobei die Abbruchzangen und -meißel sicher einen größeren Teil zur Staubbelastung beitragen als die Betonsägen.
Gemeinsam arbeiten der Mobil- und der Raupenkran von Egger an den letzten Teilen der Lehrertal-Auffahrt und der Brücke.
5 Tage nach dem ersten Schnitt in den Beton ist von der westlichen Wallstraßenbrücke nicht mehr viel übrig.
Von rechts und von links haben sich die Sägen vorgearbeitet. Nur noch ein kurzes Mittelstück und das nördliche Segment über die Kienlesbergstraße, das konventionell abgebrochen wird, sind übrig.
Um bis in den Bereich der Einfahrgleise des Rangierbahnhofs zu reichen musste der Kran einen halben Tag pausieren und verlängert werden.
Mit den fortschreitenden Abriss konnten gleichzeitig die nicht mehr benötigten Gerüstteile abgebaut werden, trotzdem ruht der Bahnverkehr hier noch.
Gleichzeitig mit der Brücke wird auch die Auffahrt vom Lehrer Tal aus abgerissen.
Das Dröhnen der Abbruchmeißel, mit der die Brückenteile gleich vor Ort zerlegt werden, beschallt auch am Sonntagabend den ganzen Alten Eselsberg.
Erinnert man sich, dass in den 70er Jahren am oberen Eselsberg manchmal noch das MG-Feuer der übenden Truppen auf dem Lerchenfeld bei Dornstadt zu hören war, dürfte wahrscheinlich auch den Einwohnern von Lehr und Jungingen der Brückenabriss nicht verborgen bleiben.
Am Donnerstag Abend ist es so weit, der Kran ist einsatzbereit.
Der nächste Morgen kommt zum Glück ohne den Ulmer Nebel der letzten Tage aus, dieser wäre ein Stopp-Kriterium für die nächsten Schritte gewesen. Am frühen Vormittag wird der Hub vorbereitet, jetzt müssen die Betonsägen ihr Werk verrichten.
Aber erst am späten Nachmittag ist es so weit, das erste Segment ist ausgehoben und schwebt am Hacken.
Die Schweizer halt! Mit der Montage des Krans ist pünktlich am Montag Morgen begonnen worden. Am Mittwoch nachmittag wartet er darauf, aufgerichtet zu werden. fehlen noch die Derrickballaste.
Im Vorfeld war angekündigt, dass wahrscheinlich Europas größter Kran-Typ, ein Liebherr LR 13000 zum Einsatz kommt. Nun wird Ulm zwar nicht den größten uns schönsten Kran zeigen können, imposant ist das Gerät aber allemal.
Die Ruhe vor dem Sturm. Heute wird auf der Baustelle nicht gearbeitet. Grund ist nicht eine evtl. einzuhaltende Sonntagsruhe sondern die fristgerechte Fertigstellung der Arbeiten. Teilweise soll man sogar vor dem Plan gelegen haben.
Ab Montag wird dann auch noch die letzte Lücke an den beiden Zufahrtsgleisen vom Hbf zur FIBA geschlossen werden. Diese wurde aus bahnbetrieblichen Gründen möglichst lange offen gehalten.
Der restliche, nicht über Gleisen liegende Teil der Brücke wird konventionell abgerissen und muss nicht mit einem Gerüst abgestützt werden
Etwas ins Stocken geraten ist der Aufbau des großen Liebherr-Krans LR 11000. Der Schweizer Firma, die in Ulm die Brückenteile ausheben soll, ist leider auf einer anderen Baustelle ein kleines Malheur mit einem anderen großen Mobilkran passiert. Wie weit das die schon begonnene Anlieferung der einzelnen Kranelemente beeinträchtigt wird man sehen. Der Standplatz für den Raupenkran ist jedenfalls vorbereitet. Ziel bleibt weiter, den Abbruch ab der kommenden Woche durchzuziehen.
Die Arbeiter haben nun beinahe eine Woche lang unter schwersten Bedingungen, starkem Schneefall, Dauerfrost, Regen und Wind, an dem Stützgerüst gearbeitet.
Fast 120 Jahre nachdem der Festungswall der Bundesfestung niedergerissen wurde, steht nun an genau der gleichen Stelle ein neuer Wall, dieses Mal aus Stahlrohren. Er ist auch beinahe gleich hoch, vermittelt also einen Eindruck, den ein Reisender gehabt haben mag, der sich an der Wende zum 20.Jahrhundert vom Blautal aus der Stadt genähert hat.
In der Zwischenzeit ist auch die Oberleitung der städtischen Straßenbahn abgenommen und die Auffahrt zur B 10 vom Eselsberg aus unterfüttert worden.
Bei IKEA laufen die Vorarbeiten zur Aufstellung des Krans, der die Brückenteile ausheben soll.
Schon Wochen vorher wurde das Stützgerüst für die Brücke von der Kienlesbergstraße bis über das erste Gleis der Donautalbahn gebaut. Heute, da alle Gleise gesperrt sind, kann das Gerüst mit rund 100 Mann in Schichten rund um die Uhr vollends aufgebaut werden.