
Das letzte heute noch erhaltene ca. 20 Meter lange Teilstück der Brüstung beim Alten Fritz dokumentiert den Wandel vom bewährten Eisenmaßwerk, wie es noch bei der Neutorbrücke zum Einsatz kam, hin zum modernen Betonbau.
Zu Anfang der Industrialisierung dominierten bei technischen Bauwerken die Eisenkonstruktionen. Als sich Beton als Baumaterial langsam durchsetzte und man sich auch in Ulm, einem Zentrum der Zementindustrie, an aufsehenerregende Bauten wie die →Wallstrassenbrücke wagte, setzte man den neuen Baustil auch in deren Umfeld um.
1910 musste die Hauptstraße 7, die heutige Kienlesbergsraße, nach Norden verlegt werden um Platz für eine Gleisverbindung zum neuen Güter- und Rangierbahnhof zu schaffen. Bergseitig sicherte man die neue Straße durch eine Futter-, hangseitig durch eine Stützmauer aus Beton. Bei der Balustrade, die den linksseitigen Gehweg begrenzt, griff man die Stilelemente der benachbarten, gerade eben eröffneten Wallstraßenbrücke auf.